Die 3 wichtigsten Dinge, die bei der Fremdbetreuung schief gehen können

kind mit betreuung

Natürlich bietet eine Fremdbetreuung nicht nur Vorteile. Einige Risiken sollten von Anfang an klar sein, da man selbige mit etwas Voraussicht besser umgehen kann. Wir stellen Ihnen in unserem Beitrag die drei ungünstigen Bedingungen vor, die oftmals dazu beitragen, dass sich Ihr Kind nicht wohl fühlt. Die Faustregel, die es ebenfalls zu beachten gilt, lautet: Je jünger Ihr Kind, desto mehr müssen Sie achtgeben.

Die Eingewöhnung findet zu schnell statt

Am Anfang einer jeden Fremdbetreuung steht die Eingewöhnung. Dieser Phase sollte einiges an Zeit zugesprochen werden. Sie müssen Ihren Nachwuchs so lange begleiten, bis es sich vor Ort sicher fühlt und ein Vertrauensverhältnis zu seiner Betreuungsperson aufgebaut hat. In der Regel wird für diese Phase eine Zeit von rund zwei bis drei Wochen einkalkuliert. Oftmals brauchen die Kinder jedoch länger, um sich in der neuen Umgebung wohl und sicher zu fühlen. Die Dauer hängt von einigen Faktoren ab: Der Typ Mensch spielt die größte Rolle, die Bindung an die Bezugsperson spielt jedoch ebenfalls eine entscheidende Rolle. Ein weiterer ganz wichtiger Punkt ist die Entwicklungsphase Ihres Kindes. Ein etwa vier Monate altes Baby lässt sich im Vergleich zu einem einjährigen Kind verhältnismäßig schnell eingewöhnen.

Wirft man das Kind quasi „ins kalte Wasser“ und setzt es der neuen Situation zu schnell aus, löst dies bei Ihrem Kind viel Angst und Stress aus. Das Argument, dass das Kind da durch muss, ist in diesem Fall nicht ganz korrekt. Natürlich muss der Nachwuchs da durch, die Frage ist nur, wie. Ein Kind, das sich im Stich gelassen fühlt, trägt davon sehr oft Spuren wie Entwicklungsverzögerungen, übertriebene Ängstlichkeit, Irritationen bei den Bindungsbeziehungen und häufigen Erkrankungen davon.

Die Betreuungszeiten sind zu lang

Für ein kleines Kind bedeutet jede Minute ohne seine Eltern in erster Linie Stress. In der Eingewöhnungsphase ist dieser Stress am höchsten, anschließend zwar wesentlich geringer, aber dennoch noch deutlich messbar. Der Stresspegel lässt sich anhand des Cortisolwertes im Speichel und anhand des Herzschlags messen. Fest steht: Je jünger ein Kind, desto empfindlicher reagiert es auf Stress. Natürlich verringert eine gute und einfühlsame Betreuung diesen Stress. Dennoch kann man davon ausgehen, dass ein kleines Kind, das viele Stunden außer Haus verbringt, höheren Risiken ausgesetzt ist, dass die sozioemotionale Entwicklung darunter leidet.

Eine weitere große Rolle spielt natürlich die Persönlichkeit Ihres Kindes. Ein Kind mit einem starken

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Bindungsbedürfnis leidet unter einer Trennung stärker, sehr scheue Kinder hingegen halten sich in fremden Umfeld noch mehr zurück und haben daher größere Schwierigkeiten, aus sich heraus zu kommen und ihre Persönlichkeit zu entfalten.

Die Betreuungsqualität ist mangelhaft

Last but noch least ist die Betreuungsqualität zu nennen. Sie ist das größte Risiko bei der Fremdbetreuung. Ungenügend ausgebildete Erzieher/innen, häufiger Wechsel der Erzieher/innen, uneinfühlsame Betreuungspersonen, ein schlechter Betreuungsschlüssel etc. sind nur einige der Faktoren, die in Verbindung mit einer mangelhaften Betreuungsqualität zu nennen sind. Diese führen unweigerlich dazu, dass die Bedürfnisse von Babys und Kleinkinder nicht erfüllt werden können.

Im Falle, dass es den Betreuungspersonen nicht gelingt, ein gestresstes Kind aufzufangen, wird sich der Stress für dieses Kind noch verstärken. Die Fähigkeit, seine Emotionen selbst zu regulieren, bildet sich erst sehr viel später aus. Erfährt ein Kind also keine Zuwendung oder einfühlsame Rückmeldung auf bestimmtes Verhalten, dann lernt es, dass man sich Aufmerksamkeit durch provozierendes, angepasstes oder unterordnendes Verhalten verdienen muss.

Fazit

Leicht kann eine gut gemeinte Betreuung kleiner Kinder oder Babys ins Gegenteil umschlagen. Es liegt also in der Hand der Eltern, die Betreuung des Kindes durch verschiedene Faktoren erfolgreich zu gestalten. Schauen Sie sich die Betreuungspersonen genau an, stellen Sie viele Fragen, lassen Sie Ihrem Kind die Zeit, die es zur Eingewöhnung braucht. Wenn Ihnen Ihr Nachwuchs von schlechten Erfahrungen berichtet oder beginnt, sich im negativen Sinn zu verändern, sollten Ihre Alarmglocken schrillen. Die Zeit, die ein Kind zusammen mit Gleichaltrigen unter der Obhut von ausgebildeten Betreuungspersonen verbringen darf, sollte eine gute Zeit der persönlichen Entwicklung und einfühlsamer Erziehung sein.

 

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