Warum eine Tagesmutter


©iStockphoto.com - damircudic
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Kerstin S. (29) hat vor zwei Monaten einen Sohn bekommen. Schon vor der Entbindung stand für sie fest: Sie würde so bald wie möglich nach der Geburt wieder anfangen zu arbeiten. Sie hatte viel Mühe und Zeit in ihre Ausbildung investiert, und wollte auf keinen Fall den Anschluss an weitere Zusatzausbildungen verpassen. Zumal es für sie mehr als fraglich war, ob ihr der Wiedereinstieg nach längerer Zeit reibungslos gelingen würde. „Die IT-Branche ist sehr schnelllebig“, erzählt sie. „Wenn ich da erst weg vom Fenster bin, habe ich die neuesten Entwicklungen verschlafen und mein Marktwert sinkt rapide.“

Doch nun, nach dem Ende der gesetzlichen Mutterschutzfrist, ist ihr plötzlich gar nicht so wohl bei dem Gedanken, ihren kleinen Sven einfach so in einer Kinderkrippe abzuliefern. Irgendwie fiel das jetzt viel schwerer, als sie sich das in den letzten Schwangerschaftsmonaten vorgestellt hatte. Ist eine Tagesmutter eine Alternative? Ab welchem Alter kann mein Kind überhaupt zur Tagesmutter?

Vielen Eltern ist nicht wohl bei dem Stichwort „Kinderkrippe“

Beim Gedanken an eine Kinderkrippe stellt sie sich einen kargen Raum vor, in dem reihenweise Babybettchen stehen in denen permanent schreiende Kindern liegen. Wohl möglich noch von einer Pflegerin korrekt aber beziehungslos versorgt. Und ihr Kleiner sollte in einigen Tagen schon eines dieser Kinder sein? Natürlich gehören solche Einrichtungen heutzutage der Vergangenheit an. Kinderkrippen sind in den meisten Fällen modern und babygerecht eingerichtet und es wird alles getan, um die Babys optimal zu versorgen und zu fördern. Davon konnte sich Kerstin dann auch schnell überzeugen. Allerdings musste sie sich auf eine lange Wartezeit gefasst machen, weil die Liste derer, die einen Platz in der Babykrippe suchen meist sehr lang ist.

„Ich habe zwar einen Krippenplatz gefunden. Und die Einrichtung macht auch einen kompetenten und einladenden, kindgerechten Eindruck“, sagt Susanne. „Aber ich habe mich nun dennoch entschlossen, mich lieber nach einer geeigneten Tagesmutter umzusehen. Die Betreuung ist auf diesem Wege mit Sicherheit persönlicher und auch intensiver. Außerdem hat mein Sohn dann nicht ständig wechselnde Bezugspersonen. Das ist mir sehr wichtig, wenn ich schon nicht selbst mit ihm zusammen sein kann.“

Mit Gedanken, so ähnlich wie die von Susanne, quälen sich viele Mütter.

Viele Fragen stellen sich Eltern zum Thema Tagesmutter:

  • Ist mein Kind schon alt genug für eine Fremdbetreuung?
  • Ich stille noch. Wie regle ich das mit der Muttermilch?
  • Bin ich selbst schon bereit, mein Kind einer Tagesmutter anzuvertrauen?
 ©iStockphoto.com - ssuni
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Ab dem Ende des gesetzlichen Mutterschutzes kann ein Baby von einer Tagesmutter betreut werden. Wenn die Mutter noch stillt, ist die Organisation schwieriger, jedoch nicht unmöglich: Das Abpumpen und Einfrieren der Muttermilch, welche von der Tagesmutter dann angewärmt und mittels einem Fläschchen gefüttert werden kann, stellt hier eine mögliche Lösung dar, die sicherstellt, dass das Baby lange genug von der Muttermilch profitieren kann. Auch dieser Prozess wird schnell zur täglichen Routine.

Ob sie selbst schon bereit ist, ihr Kind in eine Fremdbetreuung zu geben, ist eine Frage, die jede Mutter nur persönlich beantworten kann. Dabei sind Schuldgefühle fehl am Platz, besonders dann, wenn der Vater des Kindes selbst voll im Beruf steht und ebenso wenig Zeit aufbringen kann.

„Eine Tagesmutter scheint mir die weitaus bessere Lösung zu sein“, erklärt Susanne abschließend, die inzwischen diesbezüglich Kontakt mit dem Jugendamt aufgenommen hat.

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