Zahnpflege bei Kindern: Diese Aspekte sind entscheidend für die Zahngesundheit

Der Grundstein für dauerhaft gesunde Zähne wird in der Kindheit gelegt.

Der Grundstein für dauerhaft gesunde Zähne wird in der Kindheit gelegt. Kommt es bereits im Kindesalter zur Vernachlässigung der Zahnpflege, kann sich das im Erwachsenenalter negativ in von Form von Kariesbefall, Parodontose oder dem Verlust des elementaren Zahnschmelzes auswirken.

Um derartigen Folgen vorzubeugen, sind Erwachsene gefordert ihren Kindern die Bedeutung der täglichen Zahnreinigung zu vermitteln und diese konsequent zu gewährleisten. Tagesmütter übernehmen hierbei ebenfalls eine unentbehrliche Rolle und sollten die Verantwortung während der Abwesenheit der Eltern übernehmen. Welche Aspekte bei der kindlichen Zahnpflege entscheidend sind, können Sie hier nachlesen.

Zahnbürste und Zahnpasta

Bevor es ans Zähneputzen gehen kann, muss das nötige Zubehör angeschafft werden. Je nach Alter ergeben sich hier unterschiedliche Ansprüche an Zahnbürsten und Zahnpasta. Bei der Zahnbürste sind ein rutschfester und ergonomisch geformter Griff vorteilhaft. Der Markt präsentiert eine Vielzahl an speziellen Kinderzahnbrüsten für jede Altersgruppe. Der Bürstenkopf ist besonders klein konzipiert und die Borsten müssen abgerundet sein. Zur erhöhten Motivation ist der Kauf von formschönen und bunten Bürsten ratsam. Diese nutzen Kinder dann meist lieber. Eine Alternative zur herkömmlichen Handzahnbürste sind elektrische Varianten. Ab vier Jahren putzen viele Kinder mit Elektrozahnbürste sogar lieber. Zu Beginn sollte es eine Schallzahnbürste sein. Hat der Nachwuchs Erfahrung mit elektronischen Bürsten, kann auf rotierend oszillierende Modelle zurückgegriffen werden. Der Unterschied kurz erläutert:

Bürstenarten
Schallzahnbürste Schallaktive Zahnbürsten arbeiten besonders schonend und lassen sich von Kinderhänden einfacher bedienen. Der integrierte Chip erzeugt die Vibration, was wiederum die Zahnreinigung sowie den Speichelfluss fördert. Plaque wird sehr gründlich entfernt.
Rotierend oszillierende Bürsten Die Rundkopfbürste bewegt sich nicht nur kreisförmig, sondern auch hin und her. Der Bürstenkopf ist klein und gelangt auch an schwer erreichbare Stellen.

Bei der Zahnpasta ist der Fluoridgehalt ausschlaggebend und sollte sorgfältig geprüft werden. Fluorid ist zur Stärkung des Zahnschmelzes dringend erforderlich. Zahnschmelz ist das stärkte Gewebe im gesamten menschlichen Körper. Die Substanz ist extrem hart und stellt die natürliche Schutzbarriere des Zahns dar. Ohne diesen Schutzfilm ist das Gebiss den täglichen Angriffen durch Säuren und Bakterien regelrecht ausgeliefert. Fluorid sorgt für die Remineralisierung und somit für den Erhalt des Zahnschmelzes. Allerdings muss die Dosierung stimmen.

Zuviel Fluorid kann dem Körper schaden. Die empfohlenen Mengen unterscheiden sich je nach Alter. Auf der Internetpräsenz www.novacura-zahnaerzte.de weist das medizinische Versorgungszentrum für Kinder- und Jugendzahnheilkunde novacura in einem Fachartikel zur Kinderzahnpflege auf die Empfehlungen der European Academic of Pediatric Dentistry hin: „Für Kinder bis zum zweiten Lebensjahr soll die Zahnpasta bis 500ppm Fluoridgehalt haben. Ab dem zweiten Lebensjahr bis zum sechsten soll der Gehalt ab 1000ppm sein.“ Für Kinder ab sechs Jahren raten die novacura Experten aus Münster zur Erwachsenenzahnpasta.

Karies richtig vorbeugen – Zahnschmelz erhalten

Karies ist für viele Erwachsene ein ständiges Thema. Während der jährlichen Kontrollen werden viele Patienten regelmäßig mit unausweichlichen Kariesbehandlungen konfrontiert. Verbeugende Maßnahmen gegen Kariesbefall sind bereits in der Kindheit unverzichtbar. Denn eine unzureichende Zahnpflege im Kindesalter kann zum Verlust des Zahnschmelzes führen und der ist leider unwiederbringlich.

Zur Erklärung: Werden Zähne nicht ordentlich gereinigt, bildet sich innerhalb von 24 Stunden ein Zahnbelag voller Bakterien. Diese Bakterien vermehren sich ungehindert und verwandeln Zucker in Säuren, welche die Mineralien im Zahnschmelz wiederum herauslösen. Zwar kann der säurelösliche Zahnschmelz diesen Angriffen dank Speichel einige Zeit standhalten, doch unbegrenzt ist die Widerstandskraft nicht.

Erste Angriffe auf den Zahnschmelz zeigen sich in der Regel mit hellen Flecken auf den Zähnen. Spätestens jetzt muss die Zahnpflege intensiviert werden, um die Zahngesundheit zu retten. Geschieht dies nicht, dringen die Säuren immer weiter ins Zahninnere vor. Im schlimmsten Fall stirbt der Nerv ab, der Verlust des gesamten Zahns kann das Ergebnis sein.

Da Vorbeugen immer besser als Nachsorgen ist, muss der gründlichen Reinigung der Zähne die volle Aufmerksamkeit geschenkt werden. Viele Eltern unterschätzen das Risiko für die künftige Gesundheit ihrer Kinder. Bereits wenige Stunden zwischen den Mahlzeiten reichen für eine ausgeprägte Vermehrung von Bakterien im Mundraum, weshalb Kinder ihre Zähne nach jeder Mahlzeit putzen sollten.

Bei der Mittagsbetreuung müssen Tagesmütter dafür sorgen, dass die Kinder nach dem Mittagessen zur Zahnbürste greifen. Ist das beispielsweise aufgrund eines Ausflugs nicht möglich, kann die Bakterienvermehrung mit zuckerfreien Kaugummis eingedämmt werden. Das morgendliche und abendliche Zähneputzen sollte selbstverständlich sein.

Der Deutsche Arbeitskreis für Zahnheilkunde hat unter www.kariesvorbeugung.de in einer Broschüre zur Kariesprophylaxe weitere Tipps gegen Karies formuliert. Wir haben die Empfehlungen übersichtlich und kurz zusammengefasst, um Eltern und Tagesmüttern die tägliche Vorgehensweise zu erleichtern:

  1. Zucker meiden: Neben Süßigkeiten liefern zuckerhaltige Getränke den Bakterien reichlich Nahrung zum Bilden von Säuren. Eine zuckerfreie Ernährung ist zwar wünschenswert, lässt sich mit Kindern aber nur schwer realisieren. Dennoch sollte der Zuckerkonsum minimiert sein. Hier sind sowohl Eltern als auch Tagesmütter gefordert. Zu viel Naschen zwischendurch schadet den Zähnen!
  2. Gesunde Nahrungsmittel: Gut für gesunde Zähne sind natürliche möglichst frische Lebensmittel mit fester und faseriger Konsistenz. Sie regen zum Kauen an. Tagesmütter können die Mahlzeiten für die betreuten Kinder dahingehend gestalten und die Zahngesundheit fördern. Einen ergänzenden Beitrag zur Lebensmittelhygiene bei der Kindertagespflege finden Sie hier.
  3. Zubehör: Neben Zahnbürsten sind Zahnseide und Interdentalbürsten täglich zu verwenden. Sie halten die oft von Karies betroffenen Zahnzwischenräume sauber. Dieses Zubehör ist vor dem Zähneputzen zu nutzen, damit die Zahnpasta in die freien Zwischenräume eindringen und Bakterienrückstände entfernen kann.

Fazit

Eltern und Tagesmütter können für die Zahngesundheit von Kindern viel tun. Nicht nur die Zubereitung gesunder Mahlzeiten und die mehrmals tägliche Reinigung mit der Zahnbürste sind zentrale Faktoren. Auch die Auswahl der Zahnpasta und der Einsatz von Zahnzwischenraum-Pflegeprodukten spielen eine wichtige Rolle. Ergänzend dazu müssen Erwachsene dafür Sorge tragen Kinder möglichst früh zur Zahnpflege zu motivieren.

Neben kindgerechter Ablauforganisation und Erklärungen vom Zahnarzt können Zahnputzlieder wie im folgenden Video die Kleinsten zur Zahnreinigung anregen:

Bilderquelle: collusor / bigbear -> unter pixabay.com (Freie kommerzielle Verwendung)

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