Aggressives Verhalten bei Kindern

Wut und Gewalt – So reagieren sie richtig

Einige Kleinkinder werden schnell wütend und handgreiflich. Insbesondere wenn etwas nicht nach ihrem Kopf geht. Richtiges und konsequentes Verhalten ist in solchen Situationen gefragt, um diesem Verhalten zu begegnen. Viele Eltern sind beunruhigt, wenn ihr Kind gegenüber anderen Kindern oder ihnen selbst aggressives Verhalten aufzeigt. Doch meist ist das nur eine vorübergehende Phase.

Hilfslosigkeit als Auslöser

So schockierend es klingen mag, aggressives Verhalten gehört zur Entwicklung des Kindes dazu. Ursache dafür sind vor allem Angst oder Frust. Klein- und Kindergartenkinder sind oft aus reiner Hilflosigkeit körperlich aggressiv. Da sie in ihrer Entwicklung noch nicht gelernt haben, wie eine vernünftige Kontaktaufnahme funktioniert, schlagen sie ein anderes Kind, um ihm zu signalisieren, dass es gern mit ihm spielen möchte. Auch fehlen ihnen noch die sprachlichen Möglichkeiten, um eine Bitte oder ein Bedürfnis auszudrücken. Daher nehmen sie beispielsweise einem anderen Kind oft kurzerhand ein Spielzeug mit „Gewalt“ weg.

Sofort reagieren

Als Eltern müssen sie ihrem Kind immer wieder aufzeigen, dass es Dinge erreichen kann auch ohne aggressives Verhalten. Beißt oder schlägt ihr Kind grundlos ein anderes, sollten sie sofort dazwischen gehen, indem sie dies klar und bestimmt verneinen. Es muss sofort spüren, dass dieses Verhalten nicht in Ordnung ist. Nehmen Sie ihr Kind für einen Augenblick aus der Situation heraus – für Kindergartenkinder reichen schon wenige Minuten. Der Gedanke dahinter: Das Kind lernt auf diese Weise, dass ein bestimmtes Verhalten bestimmte Konsequenzen hat.

Auf die Situation eingehen

Weint das andere Kind, so zeigen sie ihrem Kind den verursachten „Schaden“. Es soll erleben, dass es dem anderen Kind nicht gut geht. In der Regel ist eine Entschuldigung das Richtige, allerdings überfordert das die meisten Kleinkinder. Ist Ihr Kind schon im Kindergartenalter und tut es ihm danach Leid, sollten Sie gemeinsam mit ihm zu dem angegriffenen Kind hingehen und sich entschuldigen. Anfangs werden Sie das vielleicht stellvertretend für Ihr Kind erledigen. Später kann es das auch selbst tun. Die Entschuldigungen ihres Kindes können durchaus anfangs aufgesetzt und gar nicht nach Mitgefühl klingen, aber der Lerneffekt wird dennoch nicht ausbleiben.

Konsequenzen

Auch wenn sie sich sehr über das Verhalten ihres Kindes ärgern, schreien sie ihr Kind nicht an und schlagen sie es unter keinen Umständen! Auf diese Weise wird sich sein Verhalten nicht ändern. Schlimmer noch: Ihr Kind wird meinen, dass verbale und körperliche Angriffe in Ordnung sind, wenn man verärgert ist. Das Kind orientiert sich an ihnen, als sein Vorbild. Sinnvolle Konsequenzen können sein:

 

  •  Darüber zu reden
  •  Sich zu entschuldigen / Spielzeug wieder zurück geben
  •  Auszeit nehmen
  •  Weniger oder gar kein Fernsehen
  •  Die Spielzeit beenden.

 
Versuchen sie auf aggressives Verhalten, soweit es möglich ist, immer gleich zu reagieren. Je vorhersehbarer ihre Reaktion, desto schneller wird Ihr Kind dieses Muster erkennen und verstehen.
Bitte beachten sie: Ihr Kind sollte nicht nur dann Aufmerksamkeit bekommen, wenn etwas falsch läuft, sondern vor allem auch dann, wenn es richtig reagiert! Wenn es also zum Beispiel fragt, ob es auch einmal den Kugelschreiber nutzen darf, statt einfach danach zu greifen. Oder wenn es ein anderes Kind auf die Schaukel lässt, das schon länger gewartet hat.

Gute Nachricht

Die gute Nachricht lautet: Kinder entwachsen ihren Aggressionen – und zwar, je mehr es lernt, Probleme durch Worte statt mit Fäusten zu lösen. Zu beachten ist, dass Sie Ihrem Kleinen – je früher desto besser – zeigen, dass Reden und Verhandeln schnellere und bessere Lösungen bringen als an Haaren zu ziehen, zu treten und zu schlagen.

 

Bilderquelle: photodune.com

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