Safety first! Checkliste zur Sicherheit der Kinder

Kindersicherheit ist ein Thema, um das angehende und auch erfahrene Tagesmütter keinesfalls einen Bogen machen dürfen. Schließlich gilt es, den kleinen Schützlingen eine anregende Umgebung zu bieten, in der ihre körperliche Unversehrtheit geschützt bleibt. In den Räumen der Tagespflege gilt es aus diesem Grund, viele Details zu kennen. Eine große Checkliste hilft.


In der Küche

Die Küche dient während der Tagesbetreuung nicht nur dazu, den Kindern Mahlzeiten und Snacks zuzubereiten. Auch will sich die Tagesmutter selbst in diesem Raum zwischendurch einen Kaffee kochen oder für Kinder Schnuller abspülen. Die Neugierde lockt dann auch Kinder in die Küche, die dort selbstverständlich nie unbeaufsichtigt bleiben sollten. Hier aber lauern einige Risiken, die mit den folgenden Tipps gesenkt werden können:

  • Ein Herdschutzgitter sowie ein Schutz für die Knöpfe des Herdes sollten sicher angebracht sein.
  • Schubladensicherungen verhindern, dass Kinder an Messer und Co. gelangen.
  • Die Backofentür wird mit einer Türsicherung verriegelt.
  • Elektronische Geräte sollten an für Kinder unerreichbaren Stellen stehen und nach der Benutzung sofort vom Strom getrennt werden.
  • Beim Umgang mit heißen Flüssigkeiten ist es wichtig, Abstand zu Kindern zu halten.
  • Reinigungs- und Spülmittel gehören in einen sicher abschließbaren Schrank.
  • Hochstühle sollten stabil stehen, Kinder dennoch nie unbeaufsichtigt in ihnen sitzen.

 

Zusatztipp: Alte Backofenfenster können extrem heiß werden. An ihnen verbrennen sich Kinder ihre Hände oder auch das Gesicht unter Umständen schwer. Es empfiehlt sich daher der Austausch alter Öfen gegen moderne Modelle mit Hitzeschutzglas.

 

(Quelle: Daiga Ellaby on Unsplash)

Im Bad

Das Badezimmer ist ein eher wenig frequentierter Raum, der dennoch keine Sicherheitsrisiken bergen darf. Immerhin gehen manche Kinder schon früh zur Toilette, andere müssen zwischendurch gewickelt werden und in Ausnahmefällen ist auch einmal ein kurzes Bad nötig. Diese Punkte gelten rund um Kindersicherheit im Bad:

  • Das Warmwasser sollte nicht zu heiß werden können. Eine Maximaleinstellung an der Heizungsanlage schützt vor Verbrühungen.
  • In der Badewanne hilft ein Thermometer vor zu warmem Wasser.
  • Während des Badens dürfen Kinder nicht unbeaufsichtigt bleiben, da die Kleinen schnell ertrinken können.
  • Rutschmatten in Dusche, Wanne sowie auf Fliesenboden schützen vor gefährlichen Stürzen.
  • Elektrogeräte sowie spitze und scharfe Gegenstände werden außer Reichweite im Schrank verstaut.
  • Der FI-Schutzschalter sollte auf Funktionsfähigkeit überprüft werden.
  • Der Schlüssel für das Badezimmer sollte abgezogen werden, damit sich Kinder nicht versehentlich einsperren.
  • Es empfiehlt sich, Kinder auf dem Boden zu wickeln, um die Sturzgefahr zu umgehen.

Zusatztipp: Auch Seife, Shampoo und Co. können giftig sein. Sie sollten aus diesem Grund genau wie Reinigungsmittel an einer Stelle aufbewahrt werden die Kinder nicht erreichen können.

 

In der Schlafumgebung

Ein Mittagsschläfchen benötigen viele Kinder auch in den Räumen ihrer Tagesmutter. Diese Zeit des Tages ist oft herausfordernd, denn während manche Kinder schlafen, sind wiederum andere wach und wollen bespaßt werden. Sicherheit muss natürlich in beiden Fällen gegeben sein. Das ist wichtig:

  • Gitterbetten und die restliche Kinderzimmerausstattung sollten keine scharfen Kanten, Ecken oder weit auseinanderstehende Stäbe aufweisen. Es ist wichtig, dass das Bett sicher steht.
  • Lange Schnüre von Jalousien und bodenlange Gardinen sollten nicht vom Bettchen aus erreichbar sein, um die Strangulationsgefahr zu bannen.
  • Kinder dürfen natürlich mit Schnuller schlafen. Schnullerketten wiederum dürfen nicht zu lang sein, denn auch an ihnen können sich Kinder strangulieren.
  • Fläschchen gehören nicht in das Bett. Ihr Sauger sitzt nicht fest und stellt ein entsprechendes Erstickungsrisiko dar.
  • Babyphones mit Kamera ermöglichen die Beaufsichtigung trotz geschlossener Tür.

Zusatztipp: Niemals dürfen Lampen mit Tüchern abgedunkelt werden, denn dies kann zu einem Brand führen. Besser ist es, dimmbare Modelle zu nutzen, bei denen Kindern nicht an Kabel, Schalter und Glühbirne gelangen. Die ausschließliche Verwendung von Deckenlampen empfiehlt sich.

 

Wichtig! Das Thema „Plötzlicher Kindstod“ treibt nicht nur Eltern, sondern auch Tagesmütter um. Vor allem in der Schlafumgebung sollten sie daher Vorkehrungen treffen, um das potenzielle Risiko zu senken. Kindergesundheit-info.de hat hierzu einige wichtige Punkte zusammengefasst.

 

(Quelle: Heidi Walley on Unsplash)

 

Im Garten

Es ist für die kindliche Entwicklung von Vorteil, wenn die Kleinen während des Tages an der frischen Luft spielen können. Tagesmütter mit eigenem Garten genießen daher einen klaren Vorteil, sollten jedoch einige Punkte berücksichtigen:

  • Ein eventuell vorhandener Teich muss mit Zaun und Netzen gesichert werden.
  • Gartentore sollten sicher verschlossen sein, Zäune hoch genug, um ein Überklettern zu verhindern.
  • Regentonnen, Planschbecken und sogar tiefe Pfützen stellen ein Ertrinkungsrisiko dar. Kinder dürfen daher niemals unbeaufsichtigt im Freien spielen.
  • Giftige Pflanzen sollten entfernt werden. Bei der Anschaffung neuer Gewächse ist es wichtig, auf ungiftige Varianten zu achten.
  • Spielgeräte müssen sicher stehen und dürfen keine Gefahr darstellen. Sie sollten daher regelmäßig auf Schäden geprüft werden.
  • Gartengeräte und andere gefährliche Gegenstände stellen in einen Schuppen gesperrt keine Gefahr mehr dar.

Zusatztipp: Chemische Düngemittel und Co. werden oft eingesetzt. Für Kinder aber stellen solche Substanzen eine Gefahr dar und können schwere Vergiftungen auslösen. Sie sollten aus diesem Grund nicht genutzt werden. Zum Thema Vergiftungen lohnt es sich, die entsprechende App des Bundesinstituts für Risikobewertung zu installieren.

 

Rund um Fenster und Treppen

Kinder können im Spiel schnell an Dingen hinaufklettern und im schlimmsten Fall tief stürzen. Sowohl Fenster als auch Treppen und Balkongitter stellen hierbei große Gefahren für die Kleinen dar. Aus diesem Grund gilt:

  • Treppen müssen an allen Auf- und Abgängen mit stabilen, sicher verschließbaren Gittern gesichert werden.
  • Balkontüren und Fenster sollten immer abgeschlossen werden.
  • Gelüftet werden darf nur unter Aufsicht. Offene Fenster sind ein großes Risiko und sollten nach dem Lüften direkt verschlossen werden.
  • In der Nähe von Fenstern und Vorsprüngen gilt es, Gegenstände wie Spielzeugkisten, Stühle, Bettchen und Hocker zu entfernen. An ihnen können Kinder sonst leichter hinaufsteigen.

Weitere Tipps zum Thema Kindersicherheit

Die Räumlichkeiten, in denen eine Tagesmutter ihre Schützlinge betreut, sind äußerst vielfältig. Daher erhebt auch diese Checkliste keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es liegt ,genau wie im Thema Versicherungen, in der Verantwortung jeder Betreuungsperson, so viel Sicherheit wie möglich zu schaffen. Zusätzlich notwendig werden könnten dann Schritte wie

  • das Sichern von Steckdosen,
  • das Entfernen von Alkohol, Medikamenten, Zigaretten und Aschenbechern aus den Betreuungsräumen,
  • das Installieren von Ecken- und Kantenschutzpolstern,
  • das Anbringen von Türsicherungen gegen plötzliches Zuschlagen und Klemmen,
  • und das Entfernen giftiger Zimmerpflanzen.

Zusatztipp: Spielzeug und andere Gegenstände sollten grundsätzlich geprüfter Natur sein. Mit TÜV- und GS Siegel versehene Waren wurden auf Herz und Nieren getestet und stellen daher eine gute Alternative zu ungeprüften Dingen dar. Dennoch gilt es weiterhin, Kinder nur mit altersgerechtem Spielzeug spielen zu lassen und die Waren regelmäßig auf Unversehrtheit zu prüfen.

 

Auch Spielzeug kann zur Gefahr werden. (Quelle: Daiga Ellaby on Unsplash)

 

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